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Prof. Dr. Martin Haase

Universität Bamberg

Sprache, Maschinen, Algorithmen, Gesellschaft

Ethik im Zeitalter der Vernetzung, der KI und der Kollaboration

In diesem Jahr wurde das Straßenverkehrsgesetz dahingehend verändert, dass nun auch das automatisierte Fahren geregelt ist. Allerdings bleibt die gesamte Verantwortung bei derjenigen Person, die im Zweifelsfall zum Steuer hätte greifen können und müssen. Das widerspricht dem in Deutschland sonst gültigen Prinzip, dass haftet, wer Schuld hat, und wer sich auf den Autopiloten verlässt, ist sicher nicht schuld an Programmierfehlern. Wer trägt die Verantwortung für Algorithmen und künstliche Intelligenz, insbesondere wenn sich keine Verantwortlichen ermitteln lassen? Wenn Autorenschaft und Nutzung zusammengehören und kollaborativ gearbeitet wird (Wikiprinzip), wer ist dann verantwortlich? Wenn Texte und Programme selbst aus Daten entstehen, wer haftet dann und wem gehören die aggregierten Daten? Eine Maxime der Hackerethik lautet: Private Daten schützen, öffentliche Daten nützen. Wenn sich aber Privates und Öffentliches nicht mehr unterscheiden lassen, wie ist dann mit den Daten zu verfahren? Wenn Menschen nicht gläsern sein sollen, jedoch der Staat, was passiert, wenn immer mehr Menschen an demokratischen Prozessen beteiligt werden? Wo ist die Grenze zwischen Bürgerbeteiligung und politischer Verantwortung? Wenn Datenaustausch und Vernetzung die Welt sicherer und lebenswerter machen, wo bleibt die informationelle Selbstbestimmung?

 

Kurzbiografie

Prof. Dr. Martin Haase studierte von 1982 bis 1991 an der Universität zu Köln, an der Université Toulouse-Le Mirail und an der University of California Santa Cruz Allgemeine und Romanische Sprachwissenschaft, sowie Indogermanistik mit den Abschlüssen der Licence-ès-Lettres (Toulouse 1985), Magister Artium (Köln 1988) und der Promotion (Köln 1991). Das Thema der Dissertation lautet: Sprachkontakt und Sprachwandel im Baskenland. Die Einflüsse des Gaskognischen und Französischen auf das Baskische (Hamburg: Buske 1992).
Nach einem kurzen Aufenthalt als Post-Doktorand an der Universität Hamburg (1991) wurde er 1992 wissenschaftlicher Assistent für Romanistik/Sprachwissenschaft an der Universität Osnabrück, wo er auch Mitglied des Instituts für semantische Informationsverarbeitung war. Dort erwarb er 1997 die Venia legendi für Allgemeine und Romanische Sprachwissenschaft. Der Titel der Habilitationsschrift lautet: Dialektdynamik in Mittelitalien. Sprachveränderungsprozesse im umbrischen Apenninenraum (Tübingen: Stauffenburg 1999).
Es folgten Vertretungsprofessuren in an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (1997/98), an der Freien Universität Berlin (1998/99) und an der Technischen Universität Berlin (1999–2001). 2001 wurde er Professor für romanische Sprachwissenschaft (C3) an der Universität Bremen.
Im Oktober 2002 folgte er dem Ruf auf den Lehrstuhl für romanische Sprachwissenschaft (C4) an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg