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Impulse

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Dr. Andreas Bienert

Online-Editionen im Kulturbereich

Die kritische Herausgabe historischer Textzeugnisse und Korrespondenzen ist bis heute das „Brot und Butter“ Geschäft der Geisteswissenschaften. Während sich aber die Methoden und Praktiken der Textkritik kontinuierlich ausdifferenzieren, entsprechen die publizistischen Bedingungen noch oft der Zeit, die im Buchdruck ihr Leitmedium gefunden hatte. Erst allmählich sprengt die digitale Transformation die Fixierung an die Tradition typographischer Editionsformen. Digitale Editionen gehen weit über die linearen Ordnungs- und Verweisstrukturen hinaus und lassen Quellenschriften vielmehr im Licht ihrer vielschichtigen, textuellen und materiellen Komplexität erfahrbar werden. Als Online Editionen öffnen sie die abschließende Repräsentation einer Quelle in einen neuen Kommunikationsraum und ermöglichen breitere Wahrnehmung, dynamische Erweiterbarkeit und permanente Korrektur. Online Editionen im Kulturbereich haben insofern das Potential, den Begriff der Herausgabe (lat. „Editio“) im wörtlichen Sinne zu bestätigen. Am Beispiel einer Korrespondenz zwischen dem Architekten Erich Mendelsohn und seiner Frau Luise [http://ema.smb.museum] werden einzelne Aspekte dieses Potentials greifbar.

Kurzbiografie

Andreas Bienert ist Referent für Digitale Sammlungen und Dokumentation in der Generaldirektion der Staatlichen Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz (SMB). Nach seiner Promotion im Fach Kunstgeschichte arbeitete er für verschiedene Kultur- und IT-Projekte wie den Bildindex und DISKUS (Digitales Informations-System für Kunst- und Sozialgeschichte) am Deutschen Zentrum für Kunsthistorische Dokumentation sowie am Kunstmuseum Basel. Seine Erfahrung mit digitalen Dokumentationssystemen in Museen, Bibliotheken und Archiven hat er in Förder- und Verbundprojekte der Europäischen Kommission, in Forschungskooperationen sowie in den Vorsitz der Konferenz EVA-Berlin eingebracht. Als Honorarprofessor lehrt er im Fachgebiet Digital Humanities an der Fachhochschule Potsdam.